Drucken

WHBKS8 im schnee

Das Jahr 2019 hatte kaum begonnen, als es für die WHBKS8 hieß, sich warm anzuziehen. Die diesjährige Unterstufe des Profils „Sport- und Eventmanagement“ im Bildungsgang der Höheren Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung stand vor dem obligatorischen Blockpraktikum Schneesport.

Bereits im Unterricht hatten die Schülerinnen und Schüler vieles über das Verhalten in den Bergen, Skitheorie, Materialkunde, Lawinenkunde und Sicherheitsmaßnahmen im hochalpinen Gelände erfahren. Nun schloss sich die praktische Umsetzung an.

Im Vorfeld wurde viel über mögliche Risiken der Fahrt diskutiert, auch über eine kurzfristige Absage, da Süddeutschland und Teile Österreichs laut Medienberichten in Schnee versanken. Obwohl die Nachfrage bei der Bezirksregierung Düsseldorf ergab, dass keine akuten Gefahren zu erwarten seien, wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern freigestellt, die Fahrt nicht anzutreten. Davon machte allerdings niemand Gebrauch. Wie sich später herausstellte, war die Entscheidung goldrichtig.

Auch wenn die begrenzten Platzverhältnisse im Bus keine vernünftige Nachtruhe zuließen, verlief die Anreise sehr entspannt, denn alle eingesetzten Busfahrer verstanden ihr Geschäft und brachten die Gruppe ohne wetterbedingte Zwischenfälle sicher und pünktlich ans Ziel: Kals am Großglockner in Osttirol/Österreich. Hier lag entgegen den Erwartungen der meisten Mitreisenden nicht so viel Schnee, wie in anderen Landesteilen; zum Skifahren reichte es aber aus. Der Wetterbericht versprach zudem, in den folgenden Tagen eine Verbesserung der Bedingungen.

Nach Frühstück, Zimmerbezug und anschließendem Ausleihen des Skimaterials entschieden die drei verantwortlichen Lehrpersonen, den restlichen Tag zur Erholung von der doch unbequemen Busfahrt und zur Eingewöhnung freizugeben. Frau Dudel betreute die Gruppe in der Unterkunft, während Herr Floeth und Herr Drobek das Skigebiet erkundeten, um sich einen Überblick über die Verhältnisse zu verschaffen. 

Am nächsten Tag wurde es Ernst: Die Schülerinnen und Schüler unternahmen die ersten Schritte auf Skiern. Innerhalb kurzer Zeit konnte man deutlich erkennen, dass wohl alle das Skifahren erlernen würden. Dazu wurden nach Kenntnissen und Fähigkeiten drei Skigruppen gebildet und in den folgenden Tagen immer wieder neu gemischt. 

Der versprochene Schnee ließ auch nicht lange auf sich warten. Glücklicherweise blieben die angekündigten Unwetter aber aus. Fast drei Tage schneite es trotzdem ununterbrochen kleine Flocken, bis insgesamt gut ein Meter Schnee für eine herrliche Winterlandschaft sorgte. Während es schneite, konnte die Skischulung weiter erfolgen, auch wenn nicht alle Pisten zugänglich waren. Die Gondelbahn wurde nämlich zeitweise wegen des starken Windes am Berg gesperrt. Gelegentlich ausgetragene Schneeballschlachten rundeten das tägliche Sportprogramm ab, denn die vorhandenen Kräfte waren am Ende des Skitages manchmal noch nicht vollends aufgebraucht.

Als der Schneefall vorbei war, unternahmen die Wintersportlerinnen und Wintersportler einen Ausflug mit der Gondel zur Adler-Lounge in 2421 Meter Höhe. Hier wurden sie mit einem atemberaubenden Rundumblick belohnt: sowohl der Blick auf den Großglockner als auch die Aussicht in Richtung Matrei hatten es in sich! Anfangs noch wegen Lawinensprengungen gesperrte Pisten wurden nach und nach geöffnet und die mittlerweile fortgeschrittenen Fähigkeiten erlaubten zunehmend das Befahren fast aller Pisten. 

An den Abenden trugen die Schülerinnen und Schüler gruppenweise Präsentationen vor. Hier ging es beispielsweise um Tiefschnee-, Buckelpisten- und paralleles Kurvenfahren oder auch um Spiele im Schnee. Ein Vortrag behandelte u. a. Merkmale, an denen man eine/n gute/n Skifahrer/in erkennt. Natürlich wurden die Kriterien bei der anschließenden Vorführung der tagsüber aufgenommenen Filme prompt auf die Mitschülerinnen und Mitschüler bezogen – ein kurzweiliger Abschluss des Tages.

Nach weiteren Skitagen bei besten Bedingungen stand am letzten Tag die praktische Prüfung über das Gelernte an. Während die ehemaligen Anfänger/innen - gefilmt von den drei begleitenden Lehrkräften - jeweils einzeln die Prüfungspiste herunterfuhren, zeigten die Fortgeschrittenen in einer Formationsfahrt eine ansprechende, selbst kreierte Choreografie. Noch auf der Rückfahrt im Bus nach Kempen wurden die Filme analysiert und das Gezeigte bewertet. Dabei wurde vor allem der Lernfortschritt berücksichtigt. Zusammen mit den Noten für das Gruppenverhalten und für die abendlichen Präsentationen erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Gesamtnote für das absolvierte Blockpraktikum.

Die Rückreise nach Kempen begann zwar mit etwas Verspätung, so dass sich die Ankunft entsprechend verzögerte, verlief aber wie die Hinfahrt ohne Zwischenfälle. Der anschließende Sonntag musste zur Erholung reichen, denn schon einen Tag später stand bereits der gewohnte Schulalltag an. Der Klassenlehrer Herr Dr. Liepold konnte seine Klasse am Montag wohlbehalten und mit einer Menge neuer Eindrücke empfangen. Für manchen wird es sicher auch nicht das letzte Mal im Wintersport gewesen sein.

Axel Drobek, im Januar 2019